Aus Treibsand befreien – Tipps und Tricks
Beim Bushcraft oder beim Wandern abseits der Wege kann es durchaus sein, dass Sie in eine Situation geraten, in der Sie sich aus Treibsand befreien müssen. Auch wenn Treibsand längst nicht so gefährlich ist, wie man es lange Zeit vermutet hat, kann eine Rettung schwierig werden. Woraus Treibsand besteht, wo dieser zu finden ist und wie Sie sich daraus befreien können verraten wir Ihnen in diesem Artikel.
Inhaltsverzeichnis

Aus was besteht Treibsand?
Bevor wir Ihnen sagen, wie Sie sich aus Treibsand befreien können, möchten wir Sie zunächst darüber aufklären, wobei es sich dabei überhaupt handelt.
Im Wesentlichen handelt es sich bei Treibsand um eine Mischung aus Sand im Wasser. Diese macht im Ruhezustand einen festen Eindruck, so dass man als Wanderer dazu verleitet werden kann, eine Fläche mit Treibsand zu betreten. Allerdings verlieren die enthaltenen Sandkörner unter Druck den Kontakt zueinander, so dass sie sich verschieben und keine stabile Auflagefläche mehr bieten. Dabei kommt es zu einem starken Sog nach unten, der alles was Druck erzeugt mit sich zieht. Normaler Sand hingegen würde sich in einer solchen Situation verdichten und somit noch fester werden. Da die Poren zwischen den Sandkörnern sehr klein sind kann die Flüssigkeit nicht ablaufen und der Sand verflüssigt sich praktisch. Dieser Zustand hält solange an, wie der Druck aufrechterhalten wird. Erst wenn dieser nicht mehr da ist und die Sandkörner wieder Kontakt zueinander bekommen nimmt der Treibsand wieder seine ursprüngliche – vermeintlich feste – Form an.
Wo gibt es Treibsand?
Damit es zur Bildung von Treibsand kommen kann, sind große Mengen Wasser nötig. Treibsand entsteht daher überwiegend in der Nähe von Gewässern auf. Folglich kommt es an stellen wo Bäche oder Flüsse ins Meer münden besonders oft zur Bildung von Treibsand. Doch auch wenn nach einem Erdbeben unterirdische Wasserquellen zu sprudeln beginnen kann es aufgrund der plötzlich vorhandenen Wassermengen zur Bildung eines Treibsand-Feldes kommen. Vorsicht ist darüber hinaus nach heftigen Regenschauern geboten, da auch diese zur Bildung von Treibsandflächen führen können.
Was macht Treibsand so gefährlich?
Auch wenn der Auftrieb des Körpers zu groß ist, um vollständig im Treibsand zu versinken, stellt er eine tödliche Gefahr dar, der immer wieder Menschen zum Opfer fallen. Um sich aus der Umklammerung zu befreien benötigt man enorme Kräfte. So ist es sogar für ausgewachsene Männer nahezu unmöglich sich ohne fremde Hilfe aus Treibsand zu befreien. Dies bedeutet, dass man gefangen ist, wenn man nicht weiß, wie man sich aus der Situation befreien kann oder keine Unterstützung bekommt. Ohne entsprechende Hilfe tritt der Tod dann entweder durch Erschöpfung Verdursten oder Unterkühlung ein. Wer sich im Watt bewegt gerät darüber hinaus in Gefahr in einem Treibsandfeld stecken zu bleiben und bei Flut zu ertrinken.
Treibsand vermeiden
Um gar nicht erst in die Lage zu kommen, sich befreien zu müssen, sollten Sie versuchen Flächen mit Treibsand zu vermeiden.
Hierzu sollten Sie insbesondere folgende Ratschläge beherzigen:
- Achten Sie auf Hinweis-/Warnschilder und befolgen Sie die Ratschläge der Menschen vor Ort.
- Behalten Sie Ihre Umgebung im Auge und laufen Sie nicht blindlings durch die Gegend.
- Testen Sie verdächtigen Untergrund mit einem Stock bevor Sie diesen betreten.
- Informieren Sie sich vor Ihrer Wanderung über Treibsandfelder in der jeweiligen Region.
Aus Treibsand befreien – so geht’s
So sollten Sie sich Verhalten, wenn Sie in ein Feld mit Treibsand geraten sind:
- Entledigen Sie sich all Ihrer Ausrüstung, um Ihr Gewicht zu reduzieren.
- Versuchen Sie sich in eine horizontale Position zu begeben, um mehr Auflagefläche zu bieten. und Ihr Gewicht auf eine größere Fläche zu verteilen.
- Bewahren Sie Ruhe und bewegen Sie sich so wenig wie möglich.
- Halten Sie Ihren Kopf zu jedem Zeitpunkt über der Oberfläche.
- Suchen Sie nach etwas greifbarem in Ihrer Nähe, an dem Sie sich herausziehen können.
- Bewegen Sie sich langsam und mit Pausen in Richtung des festen Untergrundes.