Wasser trinkbar machen
Sie wollen Wasser trinkbar machen, dass Sie beim Zelten oder beim Wandern aus einem nahegelegenen Bach oder Fluss geschöpft haben und sind sich nicht sicher wie Sie das anstellen sollen? In diesem Fall sind Sie bei uns genau richtig! In diesem Artikel verraten wir Ihnen, mithilfe welcher Möglichkeiten Sie Ihr Wasser trinkbar machen können, wenn Sie sich in der Natur aufhalten.
Inhaltsverzeichnis
- Warum ist es so wichtig Wasser trinkbar zu machen?
- Muss Wasser immer trinkbar gemacht werden?
- Reinigen und Filtern – das sind die Unterschiede
- Methoden der Wasseraufbereitung beim Campen
- Selbstgemachte Filter
- Kommerziell hergestellte Wasserfilter
- Kochen
- Chemikalien zur Wasseraufbereitung
- Welche Art der Wasseraufbereitung eignet sich wann?

Warum ist es so wichtig Wasser trinkbar zu machen?
Wenn man weiß wie es geht ist es relativ einfach Wasser trinkbar zu machen. Da ein Großteil – wenn nicht gar alle – unserer Leser Zugriff zu sauberem Trinkwasser haben, waren die meisten wahrscheinlich noch nicht in einer Situation in der dies wirklich nötig gewesen wäre.
Die komfortable Situation jederzeit frisches Wasser zur Verfügung zu haben kann sich jedoch schlagartig ändern. Wenn Sie abseits ausgetretener Pfade oder in schlecht entwickelten Ländern unterwegs sind ist die Wasserversorgung oft schwieriger.
Während einer mehrtägigen Wanderung oder gar einer Expedition über mehrere Wochen sind Sie in den meisten Fällen darauf angewiesen, Wasser zu finden und dieses aufzubereiten.
Schließlich ist es schier unmöglich die benötigte Menge an Wasser in einem Bushcraft-Rucksack mitzuführen. Das Wasser aus Flüssen, Bächen oder Seen, ohne jegliche Form der Aufbereitung zu trinken kann zu Durchfall oder gar einer Vergiftung führen.
Um dies zu verhindern ist es wichtig, dass Sie wissen, wie Sie Wasser in einer Outdoorsituation trinkbar machen können. Hierzu kommen unterschiedliche Methoden infrage, die wir Ihnen weiter unten vorstellen.
Muss Wasser immer trinkbar gemacht werden?
Wenn Sie Regenwasser aufgefangen oder Schnee geschmolzen haben, können Sie grundsätzlich gefahrlos trinken.
Wenn Sie allerdings Wasser aus einem Fluss, einem See oder einer anderen Quelle gewonnen haben, empfehlen wir Ihnen dringend dieses aufzubereiten, bevor Sie es trinken.
Auch wenn das Wasser einen sauberen Eindruck macht, wissen Sie nicht, was sich am Grund oder weiter Flussaufwärts befindet.
Achtung: In dicht besiedelten Gebieten, sollten Sie auch gesammeltes Regenwasser aufbereiten, da dieses durch die Luftverschmutzung kontaminiert sein könnte. Gleiches gilt für das vermeintlich saubere Leitungswasser in bestimmten Ländern.
Reinigen und Filtern – das sind die Unterschiede
Wenn es darum geht, Wasser trinkbar zu machen unterscheidet man zwischen zwei Formen der Aufbereitungsformen. Der Reinigung und der Filtrierung.
Bei der Filtrierung von Wasser wird das Wasser von Verunreinigungen und Bakterien befreit, indem man es durch einen entsprechenden Filter gibt.
Die Reinigung von Wasser findet entweder mithilfe von speziellen Chemikalien oder UV-Licht statt. Auch bei der Reinigung wird das Wasser von eventuell vorhandenen Bakterien befreit.
In den meisten Fällen reicht es eine der beiden Techniken anzuwenden. Um sicherzugehen sollten Sie dass gesammelte Wasser jedoch unter Zuhilfenahme beider Methoden aufbereiten.
Damit Sie wissen, in welchem Fall Sie welche Methode anwenden sollten stellen wir Ihnen beide Aufbereitungsformen näher vor.
Filtern
Einen Wasserfilter für den Outdooreinsatz kann man kaufen oder notfalls improvisieren. In beiden Fällen lässt sich mit einem guten Filter Wasser trinkbar machen.
Sie sollten sich allerdings darüber im klaren sein, dass bei diesem Vorgang nicht alle Krankheitserreger aus dem Wasser gefiltert werden.
Protozoen und Bakterien sind für entsprechende Filter kein Problem.
Viren hingegen bleiben – sofern vorhanden – auch nach dem Filtern im Wasser, da diese einfach zu klein sind.
Beim Wandern durch die meisten europäischen Länder genügt in der Regel die Verwendung eines Wasserfilters.
Einen Vorteil, den die Filterung von Wasser gegenüber der Reinigung hat, ist der bessere Geschmack.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Geschwindigkeit. Durch das Filtern wird das Wasser unmittelbar trinkbar gemacht, während das Reinigen oftmals mehrere Stunden dauern kann.
Wasser reinigen
Bei der Reinigung von Wasser werden Viren und andere potenziell gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe abgetötet.
Schmutz und andere Verunreinigungen bleiben bei dieser Art der Wasseraufbereitung im Wasser enthalten, so dass eine zusätzliche Filtrierung empfehlenswert ist.
Für die Reinigung können Sie das Wasser abkochen oder auf Chemikalien oder UV-Licht zurückgreifen.
Die Reinigung von Wasser beim Zelten oder wandern ist besonders dann ratsam, wenn Sie sich in Ländern der dritten Welt befinden.
Methoden der Wasseraufbereitung beim Campen
Hier stellen wir Ihnen die gängigsten Methoden vor, mit denen Sie Wasser während Ihrer Outdooraktivitäten trinkbar machen können.
Selbstgemachte Filter
Wenn Sie sich in einer Survivalsituation befinden, in der kein Filter verfügbar ist, müssen einen improvisierten Wasserfilter basteln.
Diese Art der Wasseraufbereitung ist nicht optimal und sollte nur angewendet werden, wenn es keine andere Alternative gibt, um an Trinkwasser zu kommen.
Wenn Sie Ihr Trinkwasser mit einem selbstgebauten Filter aufbereiten, sollten Sie dieses nach Möglichkeit zusätzlich abkochen oder mit entsprechenden Tabletten behandeln.
Wasserfilter – aus einem Stück Holz und einem Schlauch
Ein simples System zum Filtern von Wasser lässt sich aus einem Stück Holz und einem Schlauch herstellen.
Am besten eignet sich hierzu die Verwendung von Splintholz.
Dabei handelt es sich um das weiche Holz am Rande des Stammes.
Mit einem Wasserfilter dieser Bauart können Sie das Wasser von rund 99% aller Bakterien befreien – Viren lassen sich auch mit dieser Filtermethode nicht entfernen -.
Zur Herstellung dieses Filters müssen Sie sich ein Stück Splintholz zurechtschneiden (einige Zentimeter lang und etwa 2 Zentimeter breit) und dieses passgenau in ein Schlauchstück stecken.
Bei dieser Filterart fungiert das Holzstück als Filter.
Das zu reinigende Wasser wird in das andere Ende des Schlauchs gegossen und tropft dann – gefiltert – in ein Gefäß. Um zu verhindern, dass das Wasser am Holz vorbeiläuft, müssen Sie sicherstellen, dass das Holz festsitzt.
Idealerweise fixieren Sie das Splintholz mit einer Schelle, einer Schnur oder einer anderen improvisierten Schlinge.
Wenn Sie keinen Schlauch haben, lässt sich auch eine aufgeschnittene Plastikflasche verwenden.
Dieser selbstgebaute Wasserfilter arbeitet sehr langsam, kann aber dennoch bis zu vier Liter Wasser täglich trinkbar machen.
Schichtfilter aus Steinen und Sand
Die wohl gängigste Survivalmethode zum Filtern von Wasser stellt die Verwendung eines Schichtfilters dar.
Hierzu werden unterschiedliche Materialien in einer Wasserflasche oder einem Beutel aufgeschichtet, die das von oben durchfließende Wasser filtern sollen.
Wenn Sie diese Methode nutzen wollen, um Ihr Wasser beim Zelten oder Wandern trinkbar zu machen, sollten Sie mit einer Schicht feinem Material (Sand, Stoff und/oder Kieselsteinen) starten.
Die Schicht darüber kann aus größeren Steinen und Asche vom Lagerfeuer bestehen.
Es folgt eine feinere Schicht, während die oberste Schicht wieder aus gröberem Material besteht.
Mit dieser Survivalmethode zur Wasseraufbereitung lassen sich „größere“ Bakterien sowie Verunreinigungen aus dem Wasser entfernen.
Kommerziell hergestellte Wasserfilter
Wenn Sie Ihr Wasser in der Natur trinkbar machen wollen, stellen Wasserfilter eine geeignete Wahl dar. Insbesondere Filterstrohalme werden immer beliebter.
Diese sind geeignet, um das Wasser unkompliziert und schnell direkt aus der Quelle zu trinken.
Mit Wasserfiltern lassen sich Bakterien, Schmutz und Protozoen nicht aber Viren aus dem Wasser filtern.
In der Regel verfügen Wasserfilter über einen Aktivkohleeinsatz, der dafür sorgt, dass das Wasser einen angenehmen Geschmack hat.
Wenn Sie eine Reise nach Afrika oder ein anderes Land der dritten Welt planen, dürfen Sie sich allerdings nicht ausschließlich auf Ihren Wasserfilter verlassen.
Kochen
Das Aufkochen von Wasser gehört zu den gängigsten Survivalmethoden zur Wasseraufbereitung. Wissenschaftlichen Studien zufolge genügt es, Wasser eine Minute sprudelnd kochen zu lassen, um alle enthaltenen Bakterien und Viren abzutöten.
Ab einer Höhe von mehr als 1500 Metern, ist es ratsam, die Zeitspanne auf drei Minuten zu erhöhen.
Ein Nachteil dieser Methode ist, dass Sie ein Feuer benötigen – was nicht immer verfügbar ist – und ein Teil des Wassers verdampft.
Dies kann in Extremsituationen, in denen es auf jeden Tropfen ankommt ein Ausschlusskriterium sein.
Chemikalien zur Wasseraufbereitung
Jod zur Wasseraufbereitung
Im Wesentlichen gibt es zwei unterschiedliche Arten, um Wasser mithilfe von Tabletten trinkbar zu machen. Bei dem einen Wirkstoff handelt es sich um Jod und bei dem anderen um Chlor.
Um Wasser mithilfe von Jod genießbar zu machen, empfiehlt sich die Verwendung einer 2%igen Jodlösung. Geben Sie 5 Tropfen der Lösung auf jeden Liter Wasser.
Bei trübem Wasser sollten Sie statt 5 Tropfen 10 verwenden.
Warten Sie nun etwa 30 Minuten bevor Sie das Wasser trinken. Auch wenn Jod in einer Survivalsituation gut geeignet ist, um an Trinkwasser zu kommen, ist es für Schwangere nicht geeignet.
Zudem führt Jod zu einem leicht merkwürdigen Geschmack.
Chlor zur Wasseraufbereitung
Chlortabletten zur Wasseraufbereitung gibt es in den meisten gut ausgestatteten Outoorläden zu kaufen.
Je nach Hersteller genügt meist eine Tablette zur Aufbereitung von einem Liter Wasser.
Dieses lässt sich in der Regel nach etwa vier Stunden Wartezeit bedenkenlos trinken.
Der Nachteil bei dieser Form der Trinkwasseraufbereitung liegt ganz klar in der erhöhten Wartezeit.
Auch die kosten für Chlortabletten sind im Vergleich zu den anderen Methoden relativ hoch.
UV zur Wasseraufbereitung
Bei der Verwendung von UV-Licht zur Wasseraufbereitung macht man sich die Kraft der Sonne zunutze.
In einer Survivalsituation können Sie das Wasser einfach in einer durchsichtigen Glas- oder Plastikflasche für 12 Stunden in die Sonne legen und es anschließend trinken.
An wolkigen Tagen erhöht sich die Wartezeit auf etwa 24 – 48 Stunden. Nach dieser Zeit ist das Wasser frei von nahezu allen Bakterien sowie Mikroorganismen.
Da diese Art und Weise Wasser beim Zelten trinkbar zu machen nicht hundertprozentig sicher ist, sollte sie nur im Notfall angewendet werden.
Deutlich verlässlicher ist die Verwendung spezieller UV-Geräte.
Diese befreien das Wasser von Bakterien und Viren und werden entweder mit einer Batterie oder durch eine Kurbel mit Energie versorgt.
Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihre Ausrüstung um einen UV-Wasseraufbereiter zu erweitern, müssen Sie bedenken, dass dieser das Wasser nicht von Schmutz befreit.
Welche Art der Wasseraufbereitung eignet sich wann?
Wie Sie Ihr Wasser beim Hiken, Zelten oder Bushcraften trinkbar machen hängt unter anderem davon ab, in welchem Teil der Welt Sie sich befinden. Um Ihnen die Wahl der richtigen Methode zu erleichtern, sprechen wir im folgenden Abschnitt Empfehlungen für unterschiedliche Szenarien aus.
Wasser in Ländern der ersten Welt trinkbar machen:
Wie bereits angedeutet ist das Grundwasser in den meisten europäischen Ländern Europas frei von Viren.
Daher können Sie im Falle einer Reise durch Regionen innerhalb Europas auf einen Wasserfilter zurückgreifen, wenn Sie Wasser aufbereiten wollen/müssen.
Die Wahrscheinlichkeit, sich dabei einen Virus einzufangen ist äußerst gering. Dennoch sollten Sie sich im Vorfeld Ihrer Reise über die aktuellen Umstände vor Ort erkundigen.
Wasser in Ländern der Dritten Welt trinkbar machen:
Wenn Sie sich in Ländern der dritten Welt befinden sollten Sie bei der Aufbereitung von Wasser besonders sorgsam sein.
Da die Ansteckungsgefahr in den entsprechenden Ländern verhältnismäßig hoch ist, sollten Sie Ihr Wasser aus Sicherheitsgründen mit Tabletten oder UV-Licht trinkbar machen.
Um sicherzugehen empfehlen wir Ihnen das Wasser davor noch zu filtern.
Wasser in einer Survivalsituation trinkbar machen:
Wenn Sie sich in einer Situation wiederfinden, in der es ums Überleben geht und in der kein Wasserfilter verfügbar ist, sollten Sie das Wasser zunächst abkochen.
Wenn es Ihnen nicht möglich ist ein Feuer zu entzünden oder Sie zu wenig Wasser haben, um eine gewisse Verdunstungsmenge in Kauf zu nehmen, sollten Sie versuchen einen Wasserfilter zu improvisieren.