Skip to main content

Fluss über­que­ren – So gelingt die Flus­s­über­que­rung sicher und erfolg­reich

Beim Wan­dern, Bush­craf­ten oder ande­ren Akti­vi­tä­ten in der Natur kann es immer mal wie­der vor­kom­men, dass man einen Bach oder einen Fluss über­que­ren muss. Damit Sie dabei so tro­cken wie mög­lich blei­ben und nicht in Gefahr gera­ten haben wir uns für Sie mit dem Thema „Flus­s­über­que­rung“ beschäf­tigt. In die­sem Arti­kel ver­ra­ten wir Ihnen, wor­auf Sie ach­ten soll­ten, wenn Sie einen Fluss über­que­ren, wel­che Aus­rüs­tungs­ge­gen­stände Ihnen dabei hel­fen kön­nen und wel­che Tech­ni­ken es gibt.

Fluss überqueren - Flussüberquerung

Darum soll­ten Sie eine Flus­s­über­que­rung pla­nen

Viele Wan­de­rer gehen über­aus leicht­sin­nig vor, wenn Sie einen Fluss über­que­ren müs­sen.  Wenn Sie weder sich selbst noch Ihre Aus­rüs­tung ver­nünf­tig absi­chern bege­ben Sie sich damit in Gefahr. Nicht sel­ten bekommt man Geschich­ten von ver­meint­li­chen Bush­craf­tern zu hören, die sich in große Gefahr bege­ben, wenn Sie einen Fluss zu Fuß über­que­ren. Um einen Unfall zu ver­mei­den soll­ten Sie sich ent­spre­chend vor­be­rei­ten und kein unnö­ti­ges Risiko ein­ge­hen.

So berei­ten Sie sich auf eine Flus­s­über­que­rung vor

Wenn Sie beim Hiken auf einen Fluss tref­fen, dür­fen Sie nichts über­stür­zen. Statt sich kopf­los ins Was­ser zu bege­ben emp­feh­len wir Ihnen zunächst die Lage zu son­die­ren.

Fak­to­ren die Sie beim Fluss über­que­ren beach­ten soll­ten

Erkun­den Sie die Umge­bung

Wenn Sie sich auf offi­zi­el­len Wan­der­we­gen bewe­gen gibt es in der Regel gekenn­zeich­nete Stel­len, die sich für eine Flus­s­über­que­rung zu Fuß beson­ders gut eig­nen. Da der Was­ser­stand und die Fließ­ge­schwin­dig­keit unter ande­rem von den Nie­der­schlags­men­gen abhängt, kann es sein, dass eine ver­meint­lich fla­che Pas­sage zu einem schier unüber­wind­ba­ren Hin­der­nis wird.

Es ist also durch­aus mög­lich, dass eine nor­ma­ler­weise sichere Pas­sage nach mehr­tä­gi­gem Regen über­aus gefähr­lich wird. Wenn Sie sich in einer sol­chen Situa­tion wie­der­fin­den soll­ten, emp­feh­len wir Ihnen, den Fluss in beide Rich­tun­gen abzu­lau­fen und nach einer geeig­ne­te­ren Stelle zu suchen.

Dies kann schlimms­ten­falls zwar einige Stun­den Zeit in Anspruch neh­men, ist aber weit­aus bes­ser, als ein Risiko ein­zu­ge­hen und/oder die Wan­de­rung in nas­sen Klei­dungs­stü­cken fort­zu­set­zen.

Hal­ten Sie nach einer Stelle Aus­schau, an der der Fluss beson­ders breit ist. Dort ist sowohl die Strö­mung als auch der Was­ser­stand meist gerin­ger.

Im Ide­al­fall fin­den Sie eine Stelle mit einer Sand­bank in der Fluss­mitte. Dies gibt Ihnen die Mög­lich­keit zu pau­sie­ren und die wei­tere Vor­ge­hens­weise zu pla­nen.

Hal­ten Sie sich von tie­fem Was­ser fern

Wie sich viel­leicht den­ken kön­nen, ist eine tiefe Stelle für eine Flus­s­über­que­rung beim Wan­dern denk­bar unge­eig­net. Mei­den Sie stel­len, an denen Ihnen das Was­ser bis über die Hüfte ragt.

Tie­fes Was­ser führt dazu, dass Sie den Grund nicht sehen kön­nen. Die Wahr­schein­lich­keit zu stol­pern ist folg­lich beson­ders hoch. Zudem wird es Ihnen ab einer gewis­sen Was­ser­tiefe deut­lich schwe­rer fal­len, das Gleich­ge­wicht zu hal­ten. Ins­be­son­dere mit schwe­rem Gepäck auf dem Rücken kann eine Flus­s­über­que­rung so schnell gefähr­lich wer­den.

Um Schwie­rig­kei­ten zu ver­hin­dern raten wir Ihnen, sich eine Pas­sage zu suchen, an der Ihnen das Was­ser maxi­mal bis zur Hüfte reicht. Sollte das Was­ser tie­fer wer­den ist es siche­rer umzu­keh­ren und eine andere Stelle zu wäh­len.

Suchen Sie nach einer mög­li­chen Alter­na­tive

Wenn Ihnen eine Flus­s­über­que­rung zu Fuß zu gefähr­lich erscheint soll­ten Sie auf Ihr Bauch­ge­fühl hören und von Ihrem Vor­ha­ben abse­hen. In eini­gen Fäl­len gibt es die Mög­lich­keit eine Fähre oder eine grö­ßere Brü­cke zu benut­zen.

Sicher einen Fluss überqueren

Vor­keh­run­gen vor einer Flus­s­über­que­rung

Auch wenn Sie in der Theo­rie noch so gut vor­be­rei­tet sind, wer­den Sie ohne geeig­nete Maß­nah­men nicht dazu in der Lage sein, einen Fluss zu über­que­ren.

Wel­che Maß­nah­men Sie tref­fen soll­ten ver­ra­ten wir Ihnen im fol­gen­den Abschnitt:

Schüt­zen Sie Ihr Equip­ment vor Feuch­tig­keit

Bei mehr­tä­gi­gen Wan­de­run­gen sind Sie auf Ihre Aus­rüs­tung ange­wie­sen. Es bringt Ihnen dem­nach nichts, wenn Sie es zwar über den Fluss schaf­fen, Ihre Sachen danach aber durch­nässt sind. Außer­dem wird ein Was­ser­durch­tränk­ter Ruck­sack schnell so schwer, dass die Über­que­rung eines flie­ßen­den Gewäs­sers nahezu unmög­lich wird.

Damit beson­ders sen­si­ble Bestand­teile Ihrer Aus­rüs­tung wie bei­spiels­weise Ihr Handy oder Ihr GPS-Gerät nicht beschä­digt wer­den, soll­ten Sie diese beson­ders gut ver­pa­cken.

Tipp: Hier erfah­ren Sie, wie Sie Ihren Ruck­sack was­ser­dicht machen kön­nen.

Lösen Sie Ihren Ruck­sack

Bevor Sie einen Fluss über­que­ren soll­ten Sie unbe­dingt die Hüft- und Brust­gurte Ihres Ruck­sacks öff­nen. Diese Maß­nahme kann Ihnen im Not­fall das Leben ret­ten, da Sie sich so schnell von Ihrem Ruck­sack befreien kön­nen, falls Sie unter Was­ser gera­ten.

Auf die Schuhe kommt es beim Fluss über­que­ren an

Wenn Sie eine Mög­lich­keit gefun­den haben, um über den Fluss zu kom­men, soll­ten Sie kei­nes­falls den Feh­ler machen und hierzu Ihre Schuhe aus­zie­hen. Viele Wan­de­rer bege­ben sich mit eigens mit­ge­brach­ten Bade­lat­schen oder gar bar­fuß ins Was­ser und ver­su­chen so auf die andere Seite zu kom­men.

Wir raten an die­ser Stelle ent­schie­den von ent­spre­chen­den Unter­neh­mun­gen ab.

Tritt­si­cher­heit und ein gewis­ser Schutz sind das A und O um heil ans andere Ufer zu gelan­gen. Auch wenn es sinn­voll erschei­nen mag, einen Bach oder Fluss in Bade­lat­schen zu durch­lau­fen, ist das Risiko mit den Lat­schen hän­gen­zu­blei­ben oder sich am Fuß zu ver­let­zen unkal­ku­lier­bar.

Für die Durch­que­rung eines Gewäs­sers haben Sie fol­gende Optio­nen:

  • Behal­ten Sie Ihre Wan­der­schuhe an und trock­nen Sie diese anschlie­ßend
  • Neh­men Sie ein zwei­tes Paar Out­door­schuhe mit
  • Kau­fen Sie sich was­ser­feste Schuhe

Ver­wen­den Sie eine Ret­tungs­weste

Auch wenn der Platz in Ihrem Ruck­sack ver­mut­lich beschränkt ist, kann es aus Sicher­heits­grün­den ange­mes­sen sein, eine Ret­tungs­weste mit­zu­neh­men. Diese wie­gen kaum etwas und ver­fü­gen im zusam­men­ge­fal­te­ten Zustand über ein gerin­ges Pack­maß.

Ent­le­di­gen Sie sich Ihrer Klei­dung

Beson­ders beim Wan­dern im Win­ter erfor­dert es eini­ges an Über­win­dung, um die wär­mende Klei­dung abzu­le­gen. Dies soll­ten Sie aber auf jeden Fall tun bevor Sie sich ins kalte Nass bege­ben. So kön­nen Sie so ver­hin­dern, dass sich Ihre Klei­dung mit Was­ser voll­saugt und Sie nach unten zieht.

Benut­zen Sie einen Trek­king­stock bei der Flus­s­über­que­rung

Trek­king­stö­cke  hel­fen Ihnen nicht nur dabei, län­gere Stre­cken ermü­dungs­frei zurück­zu­le­gen, son­dern sind auch bei einer Flus­s­über­que­rung prak­tisch. Wenn Sie kei­nen Trek­king­stock dabei­ha­ben, kön­nen Sie nach einer sta­bi­len Alter­na­tive im Wald suchen. Plat­zie­ren Sie den Stock wäh­rend der Flus­s­über­que­rung immer so, dass Sie sicher ste­hen und war­ten Sie mit Ihrem nächs­ten Schritt, bis Sie im Gleich­ge­wicht sind.

Seien Sie vor­sich­tig, wenn Ihr Wan­der­stock zwi­schen zwei Fel­sen ste­cken­blei­ben sollte und zie­hen Sie die­sen vor­sich­tig wie­der aus dem Was­ser. Zu hef­tige Bewe­gun­gen könn­ten andern­falls dazu füh­ren, dass Sie ins Schwan­ken gera­ten.

Den­ken Sie daran ein Seil mit­zu­neh­men

Wenn Sie einen Fluss über­que­ren müs­sen bie­tet Ihnen ein Seil zusätz­li­che Sicher­heit. Damit das Seil sei­nen Zweck erfül­len kann, kön­nen Sie es an Ihrem Ruck­sack befes­ti­gen. So haben Sie eine gute Unter­stüt­zung, um bei einem Sturz schnell wie­der auf die Beine zu kom­men.

Um Ihre Hüf­ten oder gar Ihre Beine gelegt könnte Ihnen das Seil zum Ver­häng­nis wer­den. Des­halb sollte das andere Ende des Seils ent­we­der von einem Mit­glied Ihrer Gruppe gehal­ten- oder um einen Baum gewi­ckelt wer­den. In letz­te­rem Fall müs­sen Sie unbe­dingt die Trag­fä­hig­keit des Bau­mes und des Kno­tens tes­ten, bevor Sie ins Was­ser gehen.

Fluss über­que­ren – allein oder in der Gruppe

Im fol­gen­den Abschnitt infor­mie­ren wir Sie über Tech­ni­ken, die Sie anwen­den kön­nen, wenn Sie einen Fluss allein oder in einer Gruppe über­que­ren.

Flus­s­über­que­rung auf eigene Faust

Wenn Sie einen Fluss über­que­ren wol­len, indem eine starke Strö­mung herrscht soll­ten Sie immer ver­su­chen leicht schräg zu lau­fen. Bewe­gen Sie sich in einem gewis­sen Win­kel mit der Strö­mung und machen Sie kleine Seit­wärts­schritte. In tie­fe­rem Was­ser kön­nen Sie sich leicht gegen die Strö­mung leh­nen. Auch wenn es kalt ist, soll­ten Sie sich für die Über­que­rung Zeit las­sen, um Feh­ler zu ver­mei­den. Wenn Sie ins Strau­cheln gera­ten dür­fen Sie nicht in Panik gera­ten. Blei­ben Sie fokus­siert und han­deln Sie not­falls intui­tiv.

Flus­s­über­que­rung in einer Gruppe

Wenn Sie einen Fluss gemein­sam mit ande­ren Wan­de­rern über­win­den hat dies einige offen­sicht­li­che Vor­teile. Zum einen ist eine erhöhte Sta­bi­li­tät gewähr­leis­tet, da Sie sich gegen­sei­tig stüt­zen kön­nen und zum ande­ren gibt es im Not­fall immer jeman­den, der Ihnen falls not­wen­dig hel­fen kann.

Wäh­rend einer Flus­s­über­que­rung mit Grup­pen­mit­glie­dern sollte sich das kräf­tigste Mit­glied der Gruppe immer etwas Strom­auf­wärts bewe­gen. So wird die Strö­mung gebro­chen und die ande­ren Grup­pen­mit­glie­der haben mit weni­ger Wie­der­stand zu kämp­fen. Ver­su­chen Sie immer in Griff­weite zu den ande­ren Grup­pen­mit­glie­dern zu lau­fen. Sie kön­nen sich auch an den Hän­den hal­ten oder mit einem Seil ver­bin­den.

Das soll­ten Sie beim Fluss über­que­ren ver­mei­den

Um sicher von einer Seite des Gewäs­sers auf die andere zu kom­men, soll­ten Sie fol­gende Feh­ler ver­mei­den.

Mei­den Sie Flus­sen­gen

Intui­tiv wäh­len viele Out­doo­r­en­thu­si­as­ten eine Flus­senge für die Über­que­rung, da dies die ver­meint­lich schnellste Mög­lich­keit dar­stellt, um ans andere Ufer zu gelan­gen. Aller­dings ist an die­sen Stel­len auch die Strö­mung am stärks­ten. Suchen Sie sich statt­des­sen eine ruhi­gere Stelle, unter­halb einer Eng­stelle. Dies kann zwar bedeu­ten, dass Sie einige Zeit lau­fen müs­sen ist aber auch deut­lich siche­rer.

Gucken Sie nicht nach unten

Diese Regel soll­ten Sie nicht nur beim Berg­stei­gen, son­dern auch beim Über­que­ren eines Flus­ses beher­zi­gen. Eini­gen Men­schen wird schwind­lig, wenn Sie Ihren Blick auf schnell flie­ßen­des Was­ser rich­ten. Um dies zu ver­hin­dern soll­ten Sie sich einen Punkt am Ufer suchen und die­sen mit den Augen fokus­sie­ren.

Gefällt Ihnen unser Bei­trag? Tei­len Sie ihn doch mit Ihren Freun­den:

Ähnliche Beiträge